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Alleinerziehend und berufstätig

Der Tag meiner Trennung ist nun schon gut über 5 Jahre her. Die letzten Jahre waren eine intensive Zeit, mit vielen bewegenden Momenten. Anstrengend, schön, traurig, lustig – von allem war etwas dabei.

Der Alltag als alleinerziehende Mutter ist nicht immer leicht. Ein quengeliges Kind, schlaflose Nächte weil das Kind krank ist, working mom und im Job 100% geben, Haushalt, Garten und das alles meist noch ohne große Unterstützung und Hilfe von außen.

In der Zeit, seitdem ich alleinerziehend bin, habe ich viel gelernt. Über mich. Meine Ansprüche, Ideale, das Pensum, welches es zu schaffen gilt, Prioritäten. Die wichtigste Lernkurve der letzten Jahre ist jedoch, dass ich mich von meiner eigenen Perfektion verabschieden musste.

Ich als alleinerziehende mom muss mehr auf mich achten als Elternpaare. Ich muss mit meinen Kräften haushalten, brauche Erholungsphasen, um den stressigen Alltag zu meistern und um vor allem gesund und glücklich zu bleiben. Für mich und mein Kind.

Doch wie gelingt das?

 

Strukturen schaffen

 Mir hat es sehr geholfen, unseren Alltag zu strukturieren und eine feste Organisation einzuplanen. Feste Zeiten in Bezug auf Essen und Schlafen. Quality time mit meinem Sohn – Zeit die nur wir zwei für uns nutzen, gemeinsam Dinge unternehmen, spielen oder einfach nur auf dem Sofa kuscheln und einen Film schauen. Ein positiver Nebeneffekt: das schlechte Gewissen, dass einen als alleinerziehende mom tagtäglich begleitet und auch gern mal für schlaflose Nächte sorgt, wird minimiert. 😉

 

Schlechtes Gewissen und Schuldgefühle

Ach ja…Das schlechte Gewissen – mein ständiger Begleiter in den ersten Monaten nach der Trennung. Mal wieder habe ich es nicht geschafft zu einem Klassenfest selbstgebackenes beizusteuern, war nicht zur Stelle, als es darum ging in der Schule an einer Waldsäuberungsaktion teilzunehmen, es gab Fast Food statt Bio, ich musste Überstunden machen weil ein dringendes Projekt beendet werden musste, Freunde beschwerten sich weil ein lang geplantes Treffen ausfallen musste und das Haus und der Garten versanken im Chaos. Aber hey – ich bin nicht perfekt. Und ich muss es als alleinerziehende mom auch nicht mehr sein. Klingt einfach oder? Aber das war es nicht – der Weg dorthin war lang und beschwerlich. Aber ich versuche mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich immer wieder aufs Neue mein Bestes gebe und versuche, das schlechte Gewissen in den hintersten Winkel meines Empfindens zu verbannen.

 

Auszeiten gönnen, auch wenn eigentlich immer die Zeit fehlt

Hört sich erstmal komisch an, oder? Ständig steht man unter Strom, ist in seinem Alltag gefangen, will jede Minute des Tages effizient nutzen und planen – und vergisst darüber sich selbst. Auch wenn die Zeit fehlt, ich nehme mir diese Zeiten mittlerweile und lasse die Dinge einfach mal liegen. Mir hilft es schon, mich mit meinem Buch mal eine Stunde in den Garten zu setzen, eine Sporteinheit einzulegen oder einfach ein langer Spaziergang mit dem Hund.

 

Hilfe annehmen und ein Netzwerk aufbauen

Die wichtigste Erfahrung aus den letzten Jahren ist es jedoch, zu lernen, Hilfe anzunehmen und sich zudem ein gut funktionierendes Netzwerk aufzubauen. Es reicht nicht darauf zu warten, dass Freunde oder Familie einem anbieten mal das Kind von der Schule oder vom Sport abzuholen. Der Aufbau eines gut funktionierenden Netzwerks erleichtert meinen Alltag ungemein. Ich habe mich mit anderen alleinerziehenden Müttern vernetzt, meine Familie unterstützt mich wo sie nur kann und auch Freunde unterstützen und sind zur Stelle wenn der sorgfältig geplante Alltag mal wieder ins Wanken gerät.

Was meinen Alltag wirklich ungemein erleichtert, ist die Nutzung der KidPick-App. Mein gesamtes Netzwerk nutzt mittlerweile die App, über die ich mühelos alle kontaktieren kann, wenn es mal wieder eng wird, meinen Sohn von der Schule oder vom Sport abzuholen.

 

Natürlich ist es nicht immer leicht sich an diese Dinge zu halten oder zu erinnern. Auch ich schiebe gern mal einen Zahnarztbesuch vor mir her, weil andere Dinge wieder mal wichtiger sind als ich. Aber am wichtigsten ist wohl, dass ich in den letzten Jahren gewachsen bin. Gewachsen an und mit den Herausforderungen – und ich bin stolz darauf! Und wenn ich sehe zu was für einem tollen Menschen mein Sohn heranwächst, weiß ich einmal mehr, dass ich (fast) alles 😉 richtig mache. 

Wie geht es Dir als Alleinerziehende/r?

Wenn Du zu dem Thema Rat suchst, ist diese Seite zu empfehlen: Starkundalleinerziehend und auch die Seite von Christine Finke, mama-arbeitet.de bietet ganz viele Tipps und Erfahrungen.

 

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Autorin: Jessica Biondi für KidPick

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