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Kleben, Schneiden, Falten – Über Bastelnachmittage und so

Zwangskreativität als gruppendynamische Übung?

Es gibt ja so einiges, auf das werdende Eltern weder in Schwangerschaftskursen noch durch Erziehungsratgeber vorbereitet werden. Neben Kindergeburtstagen und Elternabenden stehen bei uns Bastelnachmittage da ganz weit vorne in der „Warum hat uns keiner gewarnt?“-Liste.

Gerade letzteres hat man nicht auf dem Schirm, bis die erste Einladung der KiTa eintrifft, gerne im Herbst oder in der Adventszeit. Meist an einem Nachmittag versammeln sich dann Eltern und Kinder in einem eigentlich zu kleinen Raum und versuchen sich an selbstgemachten Bastelobjekten. Da wird Herbstlaub aufgeklebt, es werden Windlichter bemalt oder Pappteller umgestaltet. Die Kinder sollen mithelfen und tun das auch sehr fleißig – die ersten drei Minuten etwa. Danach ist man als Mutter oder Vater einer neuen Doppelbelastung ausgesetzt:

Man muss die Bastelei einigermaßen ansehnlich, verletzungsfrei und würdevoll zu Ende bringen, während man gleichzeitig versucht, das Kind von Scheren und Klebern fernzuhalten. Parallel dazu steigen Temperatur und Lärmpegel, der Sauerstoffanteil in der Luft sinkt und man hegt Fluchtgedanken. Leider kann man erst gehen, wenn alle fertig sind mit ihrer Bastelarbeit, die Gruppe alle Objekte gewertschätzt hat und man pädagogisch wertvoll zusammen aufgeräumt hat. 

Wer das noch nicht erlebt hat, dem sei empfohlen, an diesem Tag keine weiteren Termine einzuplanen.

Es ist, machen wir uns nichts vor, verdammt anstrengend und hat nichts mit der Vorstellung von Basteln als Hobby zur Entspannung zu tun. So gar nichts. Mit Kindern ist es eine Herausforderung: Die Konzentrationsspannen sind noch relativ kurz, die motorischen Fähigkeiten eingeschränkt und die Frustrationstoleranzschwelle sehr niedrig. Und die Belohnung, dass man das selbstgemachte Objekt mit nach Hause nehmen darf, ist nicht wirklich eine. 

Aber soll ich Euch was verraten? Auch wenn ich solche Veranstaltungen gerne als „Bastelhölle“ bezeichne, war ich im Nachhinein immer auch ein bisschen froh, dass es diese Angebote gab. Man hat die Chance, mal die anderen Eltern zu treffen und im besten Fall ein wenig zu quatschen, sieht die anderen Kinder, mit denen das eigene etliche Stunden am Tag verbringt und hat hinterher das Gefühl, gemeinsam was geschafft zu haben. Ich schätze das Engagement und die Ideen der ErzieherInnen und freue mich, dass dort alles schon bastelfertig bereit steht.

Denn sind wir mal ehrlich – wie oft scheitern unsere halbherzigen Bastelversuche zuhause am fehlenden Leim, den nicht vorhandenen Wollresten oder den eingetrockneten Farben.

Richtig verwundert war ich, als mich einmal im Kindergarten eine Mutter fragte „Und, was bastelst Du so zuhause mit Deinen Kindern?“ Ich glaube, ein Reh im Scheinwerferlicht hätte nicht annähernd so irritiert geschaut.

Heute würde ich antworten: „Ach weißt Du, wir kommen so selten dazu, ich freu mich deshalb schon sehr auf den nächsten Bastelnachmittag.“

Wer gerne mit seinen Kindern bastelt, findet sicher viele Anregungen bei Tollabea (https://www.tollabea.de/category/dyi/) Dort gibt es viele Bastelideen mit wenig Zeit- und Materialaufwand.

Und wer den nächsten einzigartigen Kindergeburtstag plant (und wer gerne bastelt;)), dem sei balloonas an Herz gelegt.

Wie sieht es bei Euch aus? Bastelt ihr gerne? Und wenn ja – lieber alleine, in der Gruppe, mit oder ohne Kindern?  Wir freuen uns auf Euer Feedback – und wenn ihr mit uns Eure Ideen teilt!

 

Wie sieht es bei Euch aus? Bastelt ihr gerne? Und wenn ja – lieber alleine, in der Gruppe, mit oder ohne Kindern?  Wir freuen uns auf Euer Feedback – und wenn ihr mit uns Eure Ideen teilt!

 

Autorin: Lia Gänzler für KidPick

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