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Wie viele Hobbys braucht ein Kind?

Stress auch nachmittags? Wie viel ist gut davon?
Stress auch nachmittags? Wie viel ist gut davon?

„Lukas würde sich gerne mal mit Selma treffen.“ 

„Oh ja, das wäre schön, Selma hat mich auch schon gefragt.“ 

„Klasse. Wann passt es denn bei Euch?“ 

„Dienstagnachmittag ist gut oder auch mal Freitag ab 16 Uhr.“

„Oh. Dienstags hat Lukas Klavier und am Freitag ist ab 17 Uhr sein Training im Verein. Ginge bei Euch vielleicht auch Mittwoch?“

„Mittwoch geht gar nicht. Da hat Selma erst Nachhilfe und danach direkt Gitarre.“

 

Kennt ihr auch solche Dialoge? Ich kenne sie zuhauf. Inzwischen habe ich den Terminkalender anderer Kinder fast besser im Kopf als meinen eigenen. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber es ist deutlich komplizierter geworden. Ich habe keine Ahnung warum – denn auch wenn viel über die Überforderung der Kinder in ihrer Freizeit geschimpft wird, möchte ich nicht in die „Früher war alles besser, da mussten die Kinder noch nicht ins Früh-Chinesisch und ins Cello“-Jammerei einsteigen. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, da hatten die meisten Kinder auch ihre Hobbys, viele machten ein oder zwei Sportarten im Verein, etliche lernten ein Instrument und manche engagierten sich in diversen Jugendgruppen. Trotzdem fühlte es sich leichter an, Freunde zu treffen. Die Eltern waren selten in die Verabredungen eingebunden, man hat sich einfach getroffen. Irgendjemand war schon da, mit dem man spielen konnte. Ich habe noch nicht herausgefunden, warum es sich so verändert hat. Klar gehören Ganztagesbetreuungen, Familien, in denen Mutter und Vater arbeiten und überhaupt die heutige, sehr schnelle Gesellschaft mit ihren Entgrenzungen dazu – aber einen Hauptgrund konnte ich ebenso wie eine Lösung nicht finden. Dass KidPick hier eine tolle Möglichkeit bietet, die Verabredungen einfach und unkompliziert zu organisieren, das muss ich hier auf dem Blog ja kaum erwähnen. Es entstresst unheimlich, nicht erst ewige WhatsApp-Dialoge oder gar Gruppen-Chats führen zu müssen, um ein einfaches Playdate auszumachen. 

 

Was muss alles unter einen Hut? 

Aber es ist ja nicht nur eine Frage der Organisation, sondern auch der Balance. Wie viel Aktivitäten braucht ein Kind und was ist zu viel? Denn oft wollen Kinder viel erleben, etwas mit ihren Freundinnen und Freunden unternehmen und neue Dinge lernen. Manchen Kids fällt es schwer, dabei das richtige Maß zu finden. Für uns Eltern dagegen ist es nicht einfach, die Bedürfnisse zu priorisieren und auch mal eine Aktivität nicht zu erlauben. Schwer ist es, weil es sich für Kinder wie ein Verbot anfühlt, wenn wir sagen „Nein, ich kann Dich leider nicht bei der Musikschule oder dem Verein anmelden, ich finde, Du brauchst auch mal freie Zeit.“ Da sind wir dann schon mal „die doofe Mama“ oder „der doofe Papa“, die NIE etwas erlauben, was ALLE ANDEREN dürfen. Aber geht es nicht darum beim Eltern sein? Dass man die Bedürfnisse der Kinder im Blick hat und dort Grenzen setzt, wo man es für richtig hält? Dass man als Erwachsener einen anderen Blick hat und auch Entscheidungen zum Wohl der Kinder treffen muss, auch wenn sie den Nutzen und die gute Absicht dahinter nicht erkennen? Mir fällt das Abwägen oft schwer – zu mal man bei „freien Nachmittagen“ dann im Zweifel ein sehr, sehr schlecht gelauntes Kind betreuen muss. 

Doch wie viele Hobbys braucht ein Kind denn nun? Überraschung: Es gibt keine Pauschal-Antwort! Jedes Kind und jede Familie ist verschieden. Tatsächlich würde ich mir wünschen, dass es weder Kommentare wie „Muss Dein Kind wirklich drei Mal die Woche ins Sporttraining und dann noch zum Sprachkurs? Das hat ja nie frei.“ noch „Warum lernt dein Kind eigentlich kein Instrument? Frühförderung ist doch so wichtig.“ gibt. Jede Familie hat die Freiheit, ihre eigene Mischung, die zu den Bedürfnissen aller Mitglieder und den Ressourcen passt, zu finden. Und das gilt im Übrigen auch für Eltern. Wer Freitagnachmittags nach einer anstrengenden Woche keine Lust hat, die Wohnung mit einer überdrehten Kinderschar zu teilen, der darf das auch klar artikulieren. Wenn wir den Kindern vorleben, dass wir unsere und ihre Bedürfnisse achten, ernten wir vielleicht nicht immer Jubelschreie, aber sorgen für ein ausgeglichenes Familienleben. 

 

Wie macht ihr das? Wie gestaltet ihr Eure Nachmittage und wie organisiert ihr Euch? Wir freuen uns über Eure Erfahrungen und Tipps!

 

Autorin: Lia Gänzler für KidPick

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